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| | Rekonstruktion
eines wikingerzeitlichen Hammers nach Vorlage eines Fundes
aus Haithabu, gefertigt von einem leider namentlich
unbekannten Schmied. | | |
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| | Auch
schon in der Wikingerzeit wusste man besser, wo der Hammer hängt.
Besonders wenn man es mit Metall zu tun bekommen kommt, ist ein Hammer
unverzichtbar. In der Regel werden Hämmer von Archäologen entsprechend
auch mit dem Metallhandwerk in Verbindung gebracht. Eindeutige Beweise
für deren Nutzung im Holzhandwerk gibt es nicht. Für das Einschlagen
von Holznägeln oder Nieten im Haus- oder Schiffbau reicht die Nutzung
der Bahn einer Axt. - Hier sind die Übergänge zwischen der Funktion von
Axt und Hammer also eher fließend. (Jeder, der einem traditionell
arbeitenden Zimmermann länger bei der Arbeit zugesehen hat, weiß wovon
wir reden.)
Sobald es allerdings ums Vernieten des
eingeschlagenen Nagels geht, kommt man um den Hammer nicht mehr
sinnvoll herum. Da der Nagel allerdings aus Metall ist, kann man hier
auch nicht mehr von reiner Holzbearbeitung sprechen. Möglicherweise
weisen dagegen wikingerzeitliche Spandosen auf eine Nutzung von
Metallhämmern in den holzverarbeitenden Gewerben. Denn die Böden der
Spandosen sind mit der Außenwand durch kleine Holzstifte verbunden.
Diese bekommt man nur mit einem Hammer vorsichtig in ein vorgebohrtes
Loch (zumindest, wenn dieser Stift die Spanwand auch fest halten
soll...). - Dies lässt sich allerdings auch mit einem Holzhammer
bewerkstelligen, weswegen immer noch nicht bewiesen ist, dass
Eisenhämmer außerhalb der Bearbeitung von Metallen während der
Wikingerzeit verbreitete Verwendung fanden.
Der
hier gezeigte Hammertyp ist der für die Wikingerzeit häufigste. So sind
beispielweise in Haithabu bislang 20 vollständige Hammerköpfe und 6
fragmentierte gefunden worden. Petra Westphalen teilt diese in 16 Typen
ein, von denen alleine 10 Typen dieselben Grundmerkmale aufweisen: Eine
gerade Unterseite; eine zum Schaftloch mehr oder minder spitz
ansteigende Oberseite, die häufig auch geschwungene Formen haben; sowie
eine Finne und eine im Verhältnis dazu hohe Bahn (Schlagfläche). Die
Bahnen sind bei dieser Hammerform in der Regel plan, können in
einzelnen Fällen jedoch auch gewölbt sein. Wobei nicht ganz klar ist,
ob diese Wölbung gegebenfalls starker Abnutzung geschuldet ist, die
letzendlich zur Entsorgung des Stückes geführt hat.
Hämmer
mit diesen Merkmalen sind in Haithabu alleine mit 18 Exemplaren
vertreten und machen somit fast 70% der Hammerfunde in Haithabu aus.
Von den sieben in dem gotländischen Werkzeugfund enthaltenen Hämmern
entsprechen sechs Exemplare dieser Grundform. Von den Schmiedehort aus
Tjele/Dänemark sind vier Hämmer bekannt, von denen mindestens drei
sicher dem "Normaltyp" zuzurechnen sind. So verwundert es auch kaum,
dass der einzige Hammer aus dem Werkzeugfund von Dejbjerg/Dänemark
genauso aussieht, wie der gezeigte. - Es sei an dieser Stelle
allerdings auch darauf hingewiesen, dass auch die Hammertypen, die der
hier beschriebenen Form nicht entsprechen, rein gar nichts,
Trotz
der gleichen bzw.
ähnlichen Grundform der meisten Hämmer in der Wikingerzeit variieren
diese durchauchs auch in Größe und Gewicht. Auffällig ist dabei, dass
die Mehrzahl der Hämmer nach heutigen Baumarkt-Maßstäben in die
Kategorie "klein und leicht" fällt. Dies führte in der Forschungswelt
zu unterschiedlichen Meinungen, was die Nutzung dieser Werkzeuge
angeht, da diese leichten Werkzeuge häufig nicht als Schmiedehämmer
akzeptiert werden, da die Gewichte historisch belegter
Schmiedehämmer bei etwa 300 Gramm beginnen und sich bis in die
mehrere Kilo wiegenden Bereiche hochziehen; die geschätzten
Ursprungsgewichte der Hämmer beispielsweise aus Haithabu liegen aber
Mehrheitlich bei 150 Gramm und weit darunter. Den Kilobereich
überschreitet dort allerdings kein einziger Fund. Das Fehlen der
größeren Hämmer könnte aber auch daran liegen, dass man diese auch am
leichtesten wieder umschmieden kann.
Die Nutzung
von Hämmern vor allem in den metallverabeitenden Handwerken
wird von keinem Archäologen ernsthaft angezweifelt, wenngleich
die
Nutzung der kleinen Hämmer nicht von jedem Bearbeiter zwingend mit dem
Gold- oder Silberschmiedehandwerk gleichgesetzt wird. - So werden
beispielsweise auch feine Eisenschmiedearbeiten vorgeschlagen.
Ohne
allzu sehr in die detaillierte Anwendung einsteigen zu müssen, lässt
sich doch allgemein sagen, dass mit zunehmendem Gewicht und Größe eines
Hammers die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es sich um einen (Eisen-)
Schmiedehammer handelt. - So zum Beispiel der große Hammer aus dem
Mästermyrfund. Feinere Hämmer werden dagegen vermutlich eher
in der Buntmetallverarbeitung Verwendung gefunden haben. Hierbei eignen
sich flache Hämmer vor allem zum Strecken, Schlichten und einschlagen
feiner Stifte, sowie zum Treiben eines Stichels oder ähnlicher Geräte.
Die Finne ist dagegen besonders zum Nieten geeignet. Hammerspuren auf
den Rückseiten wikingerzeitlicher Metallbarren weisen allerdings darauf
hin, dass die Finne auch zum Strecken von Metallsträngen verwendet
wurde. Gewölbte Bahnen, die in der Regel bei den wenigen anderen
Hammerformen auftreten, eignen sich dagegen besonders gut zum Treiben.
Zu
guter Letzt ist allerdings auch nicht zu vergessen, dass sich ein
Hammer - damals wie heute - auch zum Einschlagen von Nägeln ganz
hervorragend eignet...
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| | Einer
der Hämmer von Mästermyr auf Gotland. (Gleichzeitig Link zum
Datenblatt) © Statens Historiska Museum, Stockholm. | | |
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| | Literaturnachweis: | | |
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Birka. Die Gräber I. Tafeln (Stockholm 1940). | | |
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