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| | | Rautenförmige Fibel | | |
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| | Replik
einer rautenförmigen Fibel aus Birka (Bj 857), gefertigt von Ken Ravn
Hedegaard in einer Tonform auf dem Gelände der Trelleborg in Dänemark | | |
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| | Rautenförmige
oder vierkantige Fibeln sind bislang verhältnismäßig seltene Funde aus
Skandinavien, die zumeist aus Siedlungszusammenhang stammen. Von
insgesamt neun verschiedenen Fundplätzen und knapp 15 bekannten
Exemplaren, stammen lediglich zwei aus Gräbern. Zum einen das Vorbild der oben
gezeigten Fibel aus Grab Bj 857 in Birka und aus einer Bestattung in
Fjørtoft in Norwegen. - Bei beiden Beigesetzten handelt es sich, den weiteren Trachtbestandteilen nach, um Frauen.
Die
Kleinfibeln
vom hier gezeigten Typ sind aufgrund der Masken in Frontalansicht und
der Form der sie verbindenden, geometrischen Flechtbänder dem Borrestil
zuzuordnen. Die zeitliche Einordnung der bekannten Funde legt dabei
nahe, dass es bei ihnen um späte Vertreter dieses Stils aus der ersten
Hälfte des 10. Jahrhunderts handelt. Trotz des Fundes von Birka, sind
diese Fibeln vor allem aus dem westskandinavischen Raum bekannt. Der
Schwerpunkt liegt hierbei eindeutig auf Dänemark. Alleine aus Haithabu
sind 25 Fibeln, 2 Modeln und eine Gußform dieses Fibeltyps bekannt.
Außerdem sprechen aus Lejre/Seeland und Gudme/Fünen zusätzlich für
einen südskandinavischen Herstellungsraum. Einzelne Fibelfunde stammen
allerdings auch aus Norwegen und England.
Eine
Besonderheit stellt der Fund einer rautenförmigen Fibel aus Strandby
von der Insel Fünen, Dänemark, dar. Diese Fibel entspricht eher dem
Stück aus Birka als denen aus Haithabu und ist auf der Oberseite
vergoldet, auf der Rückseite hingegen verzinnt worden. Möglicherweise
sollte durch die Verzinnung auf der Rückseite vorgegaukelt werden, es
handele sich nicht um ein vergoldetes Bronze-, sondern
ein Silberschmuckstück.
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| | Rekonstruktion einer rautenförmigen Fibel nach Haithabu-Vorlage, gefertigt von Christian Frey | | |
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| | Neben
diesen Spangen gibt es unter anderem aus den Gräberfeldern von
Thumby-Bienebeck, und Langballigau mehrere Zaumzeugbeschläge, die den
Fibeln
sehr stark ähneln. Auch aus Haithabu gibt es bereits aus den
Siedlungsgrabungen der 1930er Jahre zwei dieser Fibeln, zu denen sich
weitere im Rahmen der planmäßigen Detektorbegehungen Anfang dieses
Jahrhunderts gesellten.
Die
Trageweise dieser Fibeln lässt sich anhand der bekannten Funde dieses
Typs kaum sicher ansprechen, da es sich bei dem Grab aus Birka um ein
Brandgrab handelt, das eine Rekonstruktion des ursprünglichen Aussehens
der Tracht nicht mehr zulässt. Lediglich das norwegische Grab ist eine
Körperbestattung, von der in der Literatur lediglich erwähnt wird, dass
die Fibel dort als "vierte Spange" getragen wurde, ohne zu nennen an
welchem Teil der Kleidung bzw. in welchem Bereich des Körpers. Vergleiche
mit Kleinfibeln anderer Formen aus Grabfunden legen jedoch nahe, dass
auch Fibeln dieses Typs zumeist im unteren Hals- oder oberen
Brustbereich getragen wurden. Dabei können diese Kleinfibeln alleine
oder in Kombination mit weiteren Fibeln, beispielsweise paarig
getragenen Schalenfibeln, getragen worden sein. Unabhängig von diesem
Kleinfibeltyp gilt für Südskandinavien allerdings, dass Schalenspangen
in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts
offenbar langsam aus der Mode kommen, weswegen die Einzeltragweise der
Kleinfibeln ab dann häufiger zu beobachten ist. | | |
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| | Zwei rautenförmige Fibeln aus Haithabu
(Capelle 1968, Tafel 9.2-3; mit freundlicher Genehmigung des Archäologischen Landesmuseums Schleswig-Holstein) | | |
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| | Gussform für rautenförmige Fibeln aus Haithabu
(Capelle 1968, Tafel 10.2; mit freundlicher Genehmigung des Archäologischen Landesmuseums Schleswig-Holstein) | | |
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| | Literaturnachweis: | | |
| | Greta Arwidsson,
Spangen, Fibeln und Beschläge/Anhänger. In: Greta Arwidsson (Hrg.),
Birka. Untersuchungen und Studien, II.3 - Systematische Analysen der
Gräberfunde (Stockholm 1984). | | |
| | Torsten Capelle, Der Metallschmuck von Haithabu. Studien zur wikingischen Metallkunst. Die Ausgrabungen in Haithabu, Band 5 (Neumünster 1968). | | |
| | Dorte Gramtorp u. Morgens Bo Henriksen,
Fint skal det være - om tinbelægning på bronzesmykker fra yngre
germansk jernalder og vikingetid. Fynske minder, 2000, 135-156 | | |
| | Volker Hilberg,
Hedeby in Wulfstan's days: a Danish emporium of the Viking Age between
East and West. In: Anton Englert u. Athena Tradakas (Hrg.), Wulfstan's
Voyage. The Baltic Sea region in the early Viking Age as seen from
shipboard (Roskilde 2009), 79-113. | | |
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Birgit Maixner, Die tierstilverzierten Metallarbeiten der Wikingerzeit aus Birka
unter besonderer Berücksichtigung des Borrestils. In: Michael Müller-Wille (Hrg.),
Zwischen Tier und Kreuz: Untersuchungen zur wikingerzeitlichen Ornamentik im
Ostseeraum. Studien zur Siedlungsgeschichte und Archäologie der Ostseegebiete,
Bd. 4 (Neumünster 2004), 9–203.
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| | Sue Margeson, The Vikings in Norfolk (Norfolk 1997). | | |
| | Iben Skibsted Klæsøe,
Vikingetidens kronologi - en nybearbejdning af det arkæologiske
materiale. Aarbøger for Nordisk Oldkyndighed og Historie, 1997 (1999),
89-142. | | |
| | Märta
Strömberg, Untersuchungen zur jüngeren Eisenzeit in Schonen,
Völkerwanderungs- zeit - Wikingerzeit. Acta Archaeologica Lundensia,
Band 4.2 (Lund 1961). | | |
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