Nadelgebundene Kappe
     
KopfbedeckungenIm Folgenden findet Ihr die Beschreibung zur Herstellung einer nadelgebundenen Kappe. Wie man Nadelbindet werdet Ihr auf dieser Homepage allerdings nicht erklärt kriegen. – Dafür gibt es genug andere gute Seiten im Internet. Hierfür solltet Ihr vorerst Google nutzen und „Anleitung Nadelbindung“ oder Ähnliches eingeben. Sucht Euch eine Stichart Eurer Wahl aus. Am besten, Ihr übt das Nadelbinden vorher ein wenig. Wenn Ihr es dann meint einigermaßen beherrscht, befolgt Ihr einfach unsere Anleitung und Ihr werdet früher oder später eine Kappe oder Mütze in Händen halten.
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Prinzipiell habt Ihr die Wahl zwischen zwei Grundformen: Eng anliegend (vorne) und kegelförmig (hinten)
   
Eng anliegende Kappe:
   

Wir arbeiten nach der Schlauchtechnik. Also mit einem ersten Ring, von dem man zunächst ausgeht und dann in weiteren Bahnen rundum immer weiter arbeitet.
Nach dem Anfangsring arbeiten wir erstmal gerade weiter, so dass wir nach und nach einen flachen Lappen erhalten. Um das hinzubekommen, geben wir jeder Schlaufe der Vorreihe anstatt einer, zwei neue Schlaufen hinzu. Wir Nadeln so lange flach weiter, bis der gewünschte Kopfumfang erreicht ist. Nun kann man aufhören, Schlaufen hinzu zu geben. 
Dadurch dass man jetzt quasi anfängt eine Röhre an den Teller anzuarbeiten, kommt ganz von alleine eine Wölbung in den ursprünglich flachen Teller. Jetzt nur noch so lange weiter arbeiten, bis man die gewünschte Länge der Kappe erreicht hat.
Soll es eine Mütze werden, die über die Ohren geht, sollte man gegebenenfalls den Teller etwas weiter arbeiten oder aber am Ende der Röhre noch mal vorsichtig wieder einige Schlaufen hinzugeben. Pro Reihe dürften zwischen 4 und 10 reichen.

     
   
Kegelförmige Kappe:
     

Die Arbeitsweise ist prinzipiell dieselbe, wie bei den eng anliegenden Kappen/ Mützen. Auch hier wird in der Schlauchtechnik gearbeitet. Um die kegelförmige Spitze zu erhalten, gibt man einfach nur in jeder zweiten Schlaufe der Vorreihe eine weitere Schlaufe in der neuen Reihe zu. Für die persönlich bevorzugte Form kann man mit der Zugabe zusätzlicher Schlaufen etwas experimentieren.
Auch bei dieser Mützenform gilt: Sobald man den gewünschten Kopfumfang etwa erreicht hat (besser ein bis zwei reihen früher), hört man auf weiter zu werden. Jetzt wird nur noch röhrenförmig weiter gemacht, bis man die gewünschte Länge erreicht hat.

   
   
Tipps:
    
Erstens:
   

Der erste und vielleicht wichtigste Tipp lautet: Wenn Ihr gerade erst angefangen habt zu nadeln und Euch noch konzentrieren müsst, lasst Euch nicht ablenken. Ganz besonders lasst Euch nicht andauernd von Leuten reinreden, die schon mehr Erfahrung haben als Ihr. Zum einen nervt das, zum anderen versteht man plötzlich viel mehr, wenn man selbst herausgefunden hat, was falsch gelaufen ist. Wenn Ihr also merkt, dass irgendwas irgendwie falsch gelaufen ist, lasst Euch nicht in Diskussionen über Fehlerursachen verstricken, sondern einfach nur noch mal zeigen, wie man den fraglichen Schritt durchführen muss.

   
Zweitens:
   

Nadelbinden wird ziemlich schnell sehr einfach. Um nicht zu sagen nahezu monoton. Es bedarf nur selten einiger Momente des Nachdenkens, wenn man erstmal Routine hat. Positiv ausgedrückt ist es die ideale Beschäftigung zum Fernsehen oder für gemeinsame Bastelabende auf denen man sich nebenbei unterhält. Oder hört ein Hörspiel, Musik, lasst Euch ein Buch vorlesen. Irgendwas. Nur tut es, um Eurer geistigen Gesundheit willen!

    
Drittens:
   

Wenn Ihr am Ende feststellt, dass Eure Mütze zu eng oder zu weit geworden ist, macht kein Drama draus. Da man bekanntlich Nadelbindung mit Wollgarn betreibt (Es sei denn man ist extrem krank und macht es - wie teilweise im Mittelalter - mit dünnem Seidengarn), kann man hier durch Hitzeeinwirkung noch einiges bewegen. Arbeitet also unbedingt authentisch und benutzt reines Wollgarn. Ihr tut Euch möglicherweise am Ende selbst einen großen Gefallen.
Egal ob die Mütze am Ende zu weit oder zu eng geworden ist: Ihr setzt erstmal einen Topf mit Wasser auf und bringt es zum Kochen.
Ist die Mütze nun zu weit, tunkt ihr die Mütze mit den zu weit geratenen Bereichen einige Minuten in das heiße Wasser. Ihr könnt sicher sein: Die Mütze schrumpft! Sollte es beim ersten Mal nicht genug gewesen sein, wiederholt den Vorgang einfach. Allerdings sind die Möglichkeiten natürlich trotzdem begrenzt. Ihr werde es nie schaffen eine Kappe mit 60 Zentimeter Kopfumfang auf eine Kindergröße zu bringen.

Sollte die Mütze nun doch zu eng geworden sein oder sie war es schon vorher, haltet Ihr die sie einfach in den aufsteigenden Wasserdampf über dem Topf. Wenn die Mütze schön warm und etwas feucht geworden ist, dehnt Ihr sie zunächst von Hand etwas vor und setzt sie dann am besten so lange dem künftigen Träger auf, bis sie wieder trocken ist. In der Regel werdet Ihr diese Prozedur einige Mae wiederholen müssen. Dafür ist sie aber effektiv und erhöht den Tragekomfort unter Umständen ungemein.

   
Viertens:
   

Werft bezüglich der Kappen und Mützen auch einen Blick in Unsere Rubrik "Alltagsgegenstände". Da findet Ihr noch einige Abbildungen mehr.